Servo-Antriebe von Presstec

Bei Schnellschmiede-Modulen gehört die Zukunft den Servo-Antrieben. In Kehl arbeiten Presstec und Presscontrol gemeinsam an der Serienreife

Datum: 26/06/2015 3:33pm
Kategorien: Neumaschinen
Servo-Antriebe von Presstec

Schnell waren Schmiedepressen von Presstec ja schon immer. Mit konventionellem Hy­draulik-Antrieb erreichte man bereits 2009 bei Probeläufen für eine neue Kompakt-Combipresse mit 3000 Tonnen Presskraft mehr als 175 Hübe pro Minute. Für den industriellen Einsatz ist das mehr als genug – im Dauerbetrieb läuft die Anlage mit 40 Hüben pro Minute bei 40 Millimetern Rückzugshöhe und 15 Millimetern Eindringtiefe.

Doch die Entwicklung geht weiter. „Wir gehen davon aus, dass bei Schnellschmiede-Modulen den Servo-Antrieben die Zukunft gehört“, sagt Presstecs Maschinenbau-Ingenieur Viktor Wagner, der das Entwicklungsprojekt gemeinsam mit Hydraulik-Spezialist Günther Thorey leitet. Mit am Tisch sitzen außerdem die Experten für Steuerungstechnik von Presscontrol, zudem die Vertriebsingenieure und der Einkauf.

„Wir werden nicht jedes Einzelteil selbst konstruieren, sondern teilweise auf bewährte Komponenten zurückgreifen“, sagt Wagner. „Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Komponenten ideal aufeinander abgestimmt werden und nicht nur in der Theorie einen guten Eindruck machen, sondern sich vor allem in der Praxis beweisen.“ In der Simulation funktionieren die  neuen Schnellschmiedemodule bereits einwandfrei. In den nächsten Wochen sollen sich die Servo­-Antriebe im Simulationsaufbau bewähren und dabei beweisen, dass sie tatsächlich halten, was sie versprechen. „Wir erwarten uns vor allem Vorteile bei der Positioniergenauigkeit. Zudem werden die Schnellschmiedemodule besser zu regeln und leichter anzusteuern sein. Außerdem sind Servo-Antriebe energieeffizienter und verursachen geringere Kosten“, erläutert Wagner.

Die neuen Schnellschmiedemodule werden im ersten Schritt für Schmiedepressen mit 800 bis 1600 Tonnen ausgelegt, später sind auch Anlagen bis 3000 Tonnen denkbar. „Wir sind jetzt seit Anfang 2014 an diesem Thema dran und werden wie geplant bis Mitte 2016 die Entwicklung der neuen Module abschließen“, sagt Wagner. „Es wird auch höchste Zeit, weil das Thema in der ganzen Branche heiß diskutiert wird. Wir haben auch schon die ersten Anfragen.“ Die einstellbare Stößelgeschwindigkeit bietet einen weiteren Vorteil: Durch schnelles Öffnen und Schließen der Presse werden weit geringere Taktzeiten erreicht. Durch Energiespeicherung während des Bremsens und Wiedereinspeisung während des Beschleunigens wird der eigentlich hohe Energiebedarf der Presse ausgeglichen und sogar reduziert.

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